Was sind Direkt-/Indirekteinleiter?

Als ein Indirekteinleiter werden laut Gesetzgeber sämtliche Gewerbe, Industriebetriebe aber auch normale private Haushalte definiert, deren anfallendes Abwasser un-/vorgereinigt über eine öffentliche Kanalisation und zumeist über eine kommunale Kläranlage „indirekt“ in ein Gewässer eingeleitet wird.

Im Gegensatz dazu steht der Direkteinleiter, dessen gereinigtes und/oder behandeltes Abwasser direkt in ein Gewässer bzw. Vorfluter (Bach, Fluss, See etc.) eingeleitet werden darf. Zu den Direkteinleitern gehören u.a. kommunale Kläranlagen.

Den wasserrechtlichen Rahmen bildet das Wasserhaushaltsgesetz § 58 (Einleiten von Abwasser in öffentliche Abwasseranlagen - Indirekteinleiterverordnung), die Landeswassergesetze (§ 42 LWaG Mecklenburg-Vorpommern) sowie die kommunale Abwassersatzung.(Abb.1)

Für die Genehmigungs-/ Zustimmungspflicht sind hier nur beispielhaft einige Branchen aufgeführt:

  • Kfz-betriebe, Fahrzeugwaschplätze
  • Gewerbe mit gastronomischen Betrieb
  • Abwässer aus fotografischen Prozessen
  • Chemische Reinigungen
  • Fleischwirtschaft
  • Fischverarbeitung
  • Brauereien
  • Zahnarztpraxen

 

 

 

 

 

 

Eine umfassende Liste sowie Erläuterung zu der Verordnung für Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer finden Sie hier.

 

Wie verläuft das Antrags – und Zustimmungsverfahren für eine Indirekteinleitung?

Möchten Sie ein Gewerbe mit gastronomischem Betrieb oder zum Beispiel eine Kfz-Werkstatt eröffnen? Eventuell möchten Sie aber auch Ihr bestehendes Gewerbe erweitern?

Zum Beispiel sind für den Betrieb  eines Restaurants oder eines kleineren „Imbiß“ Abscheideranlagen (Fettabscheider) nach DIN 4040 und nach der Euro Norm EN1825 einzubauen und zu betreiben. Die Daten zu dem betreffenden Grundstück und den Angaben zu Ihrem Unternehmen können Sie hier eintragen und zusammen mit den notwendigen Unterlagen, wie u.a. das Protokoll der Generalinspektion, die Kopie der Entsorgungsnachweise und des Wartungsvertrages gesammelt einreichen. In der nachfolgenden Übersicht ist der Werdegang bis zu einer Zustimmung zu Indirekteinleitung nochmal graphisch dargestellt.

Falls Sie der Betreiber einer KFZ-Werkstatt, Tankstelle oder ein mit dessen Planung beauftragtes Ingenieurbüro sind, greifen in diesem Fall für den Einsatz von Abscheidern die DIN 1999-100 sowie die DIN EN 858.

Weiterhin haben Sie die Möglichkeit sich über unser Merkblatt schon vorab zu informieren, die notwendige Unterlagen sowie Informationen zusammen zu tragen und bereit zu halten. Den entsprechenden Daten-erfassungsbogen sowie die Auflistung zusätzlich zu übergebener Dokumenten finden sie hier.

Da es bei dem Anfall von nicht häuslichem Abwasser durch gewerbliche und industrielle Tätigkeit individuelle Abweichungen in Ihren Produktionsabläufen gibt oder z.B. Kombinationen aus Gastronomie und Werkstatt gewünscht sind, ist die richtige Verfahrensweise entscheidend.

Falls Sie unsicher sein sollten oder Fragen haben, so zögern Sie nicht sich direkt mit unseren Mitarbeitern im Anschlusswesen in Verbindung zu setzen. Wir sind gerne behilflich und erläutern Ihnen den richtigen Weg.

Ihr Zweckverband Insel Usedom

 

Downloads:

  Merkblatt Antragerstellung Indirekteinleitung
  Datenerfassungsbogen für Gastronomiebetriebe
  Datenerfassungsbogen zur Indirekteinleitung von mineralölhaltigem Abwasser